Inspiriert von einer Jahrhunderte alten Tradition

 

Alles begann im späten Frühjahr 2014 mit der Beteiligung an einem Kickstarter - Projekt (http://www.kickstarter.com) für das Higham Whiskyboard, (http://www.highamwhiskyboards.com) ein dekoratives Tischtablett für Whiskyflaschen.

 

Aufgrund der darauf repräsentierten Whisky Regionen habe ich mich mit deren Besonder- und Eigenheiten beschäftigt.

 

Das anfängliche Testen verschiedener Whiskys aus kleinen Flaschen ging schnell in die Anschaffung der grösseren Standardabfüllungen über.

Inzwischen haben wir schon einige Favoriten, sind aber doch auch weiterhin für alles offen ...

Nach über einem halben Jahr ist das Flaschenarsenal doch recht angewachsen. Besondere Flaschen brauchen eben auch ein besonderes Gelass.

Und so begann meine Suche nach einem Barschrank. Leider hatte das schier unendliche Internet abet nur begrenzt das zu bieten, was ich suchte.

Mir hat dort die 'Stammbar' (http://www.stammbar.ch) sehr gefallen. Es ist jeweils ein aufgesägter und ausgehöhlten Baumstamm. Innen wurden sehr hochwertige Glastablare mit Messingreling verbaut. Trotz einer Höhe von gut 1,80 Meter kann man im Verhältnis zum Preis nur wenige Flaschen unterbringen. Insgesamt also äußerst dekorative Einzelstücke zu einem Preis der dann aber doch über meiner Schmerzgrenze lag.


Von der Idee zur Rohskizze

 

Ich habe dann begonnen meine Vorstellung von einem Whisky-Barschrank auf Papier zu bringen.

Der Schrank sollte neben einem hohen Mass an Dekorativität und an Exklusivität, auch noch eine Fülle an Flaschen und Whiskyzubehör aufnehmen können.

Das Higham Whiskyboard sollte auch seinen Platz finden und oben sollte es ein Fach für offene Flaschen geben.

Auf Grund der Menge an Flaschen sollten die Schubfächer ein maximales Gewicht tragen können.

Eiche sollte in Anlehnung an die Whiskyfässer, das Material der Wahl sein.

 


Unterstützung gefunden

 

Nach mehreren Anläufen habe ich mich dann für eine sehr bodenständige Schreinerei in Wattenwil entschieden (http://www.henes-schreindesign.ch).

Überzeugt hat mich das vorgeschlagene Material, die geplante Ausführung und besonders die Möglichkeit, von Anfang an dabei zu sein und auch mit Hand anlegen zu können.

 


Der erste Tag

Ausgangsmaterial waren zwei grosse Platten aus Wildeiche. Entsprechend der Materialliste wurden daraus alle Bretter für den Schrank gesägt. Die grosse Herausforderung war dabei der minimal gewünschte Verschnitt und der Erhalt des Holzspiegels für die spätere Schrankansicht.

Bis auf die Bodenplatte und die beiden Zwischenwände wurde als Material die Wildeiche massiv verwendet. Boden und Zwischenwände bestehen aus massivem Fichtenholz mit einem entsprechend verleimten Rand aus massiver Wildeiche.

Die Verbindung zwischen den einzelnen Holzbrettern bildet eine unvorstellbare Anzahl von Holzdübeln und Lamellen.

Immer wieder wurde passgenau gebohrt und geschlitzt.

Dann mussten auch noch die Fichtenbretter mit dem Eichenrand verbunden werden.

Trotz maschineller Unterstützung ist dieser erste Tag doch schnell mit dem Sägen und Vorbereiten der Verbindungen vergangen; natürlich abgesehen von einer wohlverdienten Frühstücks- und Mittagspause.

 

 


Der zweite Tag

 

Heute wurden bereits die ersten Bretter zusammengesteckt und verleimt.

Die dreiteilige Rückwand wurde an die Ansicht der Vorderwand angepasst, das heisst jedes Teil umschliesst eine knapp 5 mm breite Nut.

 

Neben erstem Vorschleifen wurden auch die Teile, die später nicht mehr mit Leim in Berührung kommen, bereits das erste Mal geölt.

 

 

 

Vor dem Zusammenbau der drei grossen Teile mussten noch die acht Halterungen für die Schubkästen montiert werden.

Die Auszüge tragen später die sechs Getränkeschubkästen in zwei Ebenen und darüber die beiden Schubladen für die Gläser und das Zubehör.

 

 


Der dritte Tag

Das dreiteilige Gerüst des Schrankes steht mit den vormontierten Auszügen für die Schubladen und die Rückwände sind auch montiert.

 

Jetzt beginnt das unendliche Bohren und Dübeln der Schubkästen.

Das heisst im Klartext:

8 x 6 Dübellöcher pro Schublade, das Ganze dann x 6, ohne die Schubladen für die Gläser ...

Das  Highlight bildet jetzt das Wolfburn-Logo an unterschiedlichen Stellen und auf verschiedenen Seiten des Barschrankes.

Im Vorfeld habe ich lange herumexperimentiert, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Das Motiv habe ich von der original Website (http://www.wolfburn.com) heruntergeladen, mit einem einfachen Grafikprogramm gespiegelt und danach auf einem Laserdrucker in höchster Qualität wieder ausgedruckt.

Mit einem Bügeleisen wird die Kopie von der Rückseite erhitzt, um die Druckerfarbe auf das Holz aufzubringen. Beim Abreiben mit Azeton hatte ich nicht so gute Ergebnisse und es hinterliess deutliche Flecken auf dem Holz.


Der vierte Tag

Heute sind alle Schubkästen fertig geworden. Das Material zum Einhängen in die Getränkeauszüge ist montiert und alle Kästen haben schon eine erste Ölung durchlaufen. Auch kleine Probleme mit den Blenden konnten gelöst werden. Diese liegen jetzt bereit zum Anschrauben.


Der fünfte Tag

 

 

Heute gab's den letzten Schliff und die letzte Ölung. 

 

Das Wolfburn-Logo habe ich auf DIN A 3 vergrössert und dann über vier Schubladen an der Vorderfront verteilt.

 

Für den Transport muss der Barschrank aber noch weiter durchtrocknen.

 

 

 

Alle warten nun gespannt auf Freitag ...


'slàinte mhath'

Eine schottische Getränkekiste für gehobene Ansprüche